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Wahlprogramm: Bauen und Wohnen
von Ralf Flüchter
   

Bündnis90/Die Grünen haben sich besonders intensiv mit dem Thema Bauen und Wohnen in Billerbeck auseinander gesetzt. In einem Positionspapier wurden Eckpunkte formuliert. Die Struktur von neuen Baugebieten soll besser den Bedürfnissen der Bewohner angepasst werden. Ausreichend Grün-, Spiel- und Begegnungsflächen sollen in verantwortbarer Größe ein lebenswertes Umfeld schaffen. Diese stehen der Forderung eines zu minimierenden Landschaftsverbrauchs gegenüber. Bei einer naturverträglichen Gestaltung und Pflege kann aber ein Teil der heimischen Natur auch innerhalb eines Baugebietes ein Auskommen finden.

   
 Besonderes Augenmerk legen wir auf ein soziales und kommunikatives Miteinander. Neben den vorgenannten Gemeinschaftsflächen sollen attraktiv gestaltete Verkehrsflächen Identität schaffen und vorrangig als Spielstrassen genutzt werden. Der demographische Wandel wird auch in Billerbeck das Verhältnis zwischen „Alt“ und „Jung“ verändern. Mehrgenerationen-Wohnen unter einem Dach oder in der Nachbarschaft hat unbestritten praktische und soziale Vorteile. Eine behinderten- und altengerechte, barrierefreie Bauweise von öffentlichen Flächen ist Grundvoraussetzung. Aber auch Vorgaben in der Bebauungsplanung sollen so ausgerichtet werden, dass eine Barrierefreiheit auch auf privaten Flächen unkompliziert möglich ist (z.B. Höhe der EG-Fläche / Eingang ohne Treppe / Rampe)
   

In Neubaugebieten muss die Chance genutzt werden, um eine energieeffiziente und ressourcenschonende Bauweise dort zu fördern, wo eine direkte Einflussnahme nicht möglich ist. Der Energieverbrauch privater Haushalte macht einen erheblichen Anteil des Primärenergiebedarfs aus. Eine sonnenorientierte Ausrichtung der Gebäude ist planerisch zu berücksichtigen; eine sonnengerechte Bauweise kann so durch den Eigentümer möglich werden. Der Bau von Niedrigenergie- oder Passivhäusern, die Nutzung regenerativer Energiequellen und ein durchdachtes Regenwassermanagement (Zisterne /Versickerung) sollen gezielt finanziell gefördert werden.

   

Bei neu zu vergebenen Baugrundstücken sollen kostenneutrale Anreize geschaffen werden. Durch eine moderate Anhebung der Grundstückspreise soll ein Überschuss erzielt werden. Dieser soll die unterstützen, die sich für einen umweltfreundliches und sozialgerechtes Bauen und Wohnen entscheiden.

   

Eine Sanierung von öffentlichen Gebäuden und deren Versorgungssysteme sind in Teilen bereits erfolgt und müssen konsequent fortgeführt werden. Eine effiziente Energienutzung in allen Bereichen und die Wahl geeigneter, vornehmlich regenerativer Energieträger hat dabei Priorität. Jede bauliche Veränderung und jede Erneuerung von Ver- und Entsorgungsanlagen ist unter dieser Prämisse zu betrachten. Darüber hinaus sind alle Gebäude zu überprüfen, ob nicht im Hinblick auf einen umweltgerechten und wirtschaftlichen Betrieb eine vorzeitige Nachbesserung erfolgen sollte (z.B. Erwärmung von Brauchwasser mit Kollektoren). Die aktive Suche nach Investoren für Fotovoltaikanlagen auf geeignete städtischen Gebäudeflächen gehören ebenso dazu.

   

Eine flächenschonende und bedarfsgerechte Ausweisung von Gewerbeflächen ist für eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung Billerbecks wesentlich. Eine umweltgerechte Gestaltung von Gewerbearealen (Lage, Ver- und Entsorgung, Erschließung), die sensibel in das Umfeld einzubinden sind, müssen durch eine umfassende Bürgerbeteiligung abstimmt werden. 

   

Die Frage, ob Billerbeck weitere Straßenneubaumaßnahmen braucht, ist nicht geklärt. Eine Analyse der Istsituation soll Aufschluss darüber geben, ob das bestehende Straßennetz ausreicht oder ob Maßnahmen ergriffen werden müssen, die zu einer Entlastung führen sollen. Neubaumaßnahmen sind Eingriffe in den Naturhaushalt und müssen sorgsam abgewogen werden.

   
 Ihre/Eure Meinung ist uns wichtig! Wir freuen uns über Anregungen, Bitten, Stellungnahmen bitte per
Email Email an Bündnis 90/Die Grünen Billerbeck
   
 
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